das Geschriebene Wort

von D. Bullcutter

»Schreiben ist für mich ein reguliertes Ventil: ich bringe Gedanken auf Papier und gebe diese weiter in einer Form, die nicht so schnell, wie in einem Gespräch oder in einem Forum in Vergessenheit gerät. Zudem sind fundierte, tiefe Analysen und Darstellungen nur in Büchern - Romanen wie Essays - möglich.«

 

»Ich finde es angebracht, sich manchmal eine Pause zu nehmen und einen distanzierten bzw. differenzierten Blick des alltäglichen Geschehens zu verschaffen. In gewisser Weise hat das Schreiben Ähnlichkeiten mit der Meditation.«

 

»Mein erstes Ziel ist, den Lesern zu verdeutlichen, dass Freiheit – heutzutage leider ein zu oft pervertierter und inflationierter Begriff – keine Selbstverständlichkeit ist. Sie wird niemandem geschenkt. Man kämpft um sie. Freiheit ist eben so wie die Luft: man begreift erst dann, dass sie überlebenswichtig ist, wenn sie dünner und dünner wird.

Mein zweites Ziel ist, Menschen dazu zu bewegen, mit dem eigenen Verstand die eigene sowie die globale Situation zu analysieren, damit sie weder der Mainstream-Propaganda noch den leider zuhauf vorhandenen Irrlichtern hinterher laufen.«

»Es scheint ein Paradoxon zu sein, aber eine alte römische Weisheit bewahrheitet sich heute mehr denn je: verba volant, scripta manent. Worte fliegen [weg], das Geschriebene bleibt.«

»Das Festlegen von Gedanken in (geschriebenen) Worten hat auch seine immanente Schattenseite. Denn das Wort besitzt grundsätzlich eine gewisse Unschärfe. Aus diesem Grund kann man jedweden Text de facto so auslegen, wie man möchte. Das ist zwar Sophismus, aber man kann böse Geister, die sich einer schwarzen Rhetorik bedienen und alles Geschriebene nach ihren Maßstäben hinbiegen, nicht ausblenden oder ausschalten.«

»Bedient man sich der Symbolik (auch im Sinne der Allegorie), dann muss man immer Agambens Maxime im Hinterkopf behalten, dass ein Symbol kein bloßes Emblem ist, sondern die Brücke über der Kluft zwischen Wort und Bedeutung.«

Autorenporträt

Auf den SPuren der Dystopie - Rede und Antwort bei Tredition.de

Wer ist D. Bullcutter?

»Immer einen Pfeil der Sehnsucht im Köcher!«

Ich bin ein Kind der frühen 70er Jahre und Buchautor.

 

Meine Bildungsgrundlagen und Denkstrukturen sind überaus humanistischer Natur. Eine ausgeprägte polemische Ader kommt hinzu.

 

Die Leidenschaft für dystopische Romane - als Warnung, nicht Handbuch - entdeckte ich in meiner Jugend dank einiger Meilensteine dieses Genres, wie z. B. THX-1138 und Logan´s Run.

 

Seither lässt mich der Gedanke nicht los, dass der Begriff "Frieden" bei manchen Menschen in Wirklichkeit "Konformität" und "Kontrolle" bedeutet und die Abgabe aller individueller Freiheiten bedingt.

 

Dennoch fehlt in allen bisher veröffentlichten dystopischen Büchern und Filmen ein wesentliches Element: der Weg zu einem solchen Zustand. Denn eine Dystopie ist keineswegs eine abrupt implantierte Autokratie bzw. Diktatur mit offensichtlichen Zügen. Also: keine Polizisten um jede Ecke, keine im Stechschritt marschierenden Soldaten etc. 

 

Eine Dystopie ist das Ergebnis eines langjährigen "Umerziehungsprozesses" der einzelnen Individuen und Gesellschaft, die sich langsam aber stetig daran gewöhnen, ihre Entscheidungen und somit ihre Freiheiten (individuell wie kollektiv) freiwillig an eine Obrigkeit zu delegieren.

 

Ein One-Way-Ticket.

 

Was ich im "richtigen" Leben tue, ist hier nicht von Belang. Und was ist denn überhaupt das "richtige Leben":

Der Nine-to-Five-Job? Nein, vielmehr zeigt sich das wahre Leben außerhalb einer ökonomischen standardisierten Notwendigkeit. 

 

In der guten alten lateinischen Sprache findet sich dieses Prinzip im Begriff "Otium" wieder, dessen Negation das "Neg-Otium" ist. Wenn Dir, lieber Leser, diese Begriffe unbekannt sind, dann sei an der Stelle gesagt, dass das italienische Wort "Negozio" (zu Deutsch "Laden") davon abgeleitet ist. Der Laden (sowie der Job) bringt zwar Geld, aber keine geistige Bereicherung. 

 

Hingegen bedeutet "Otium" keineswegs "nichts tun", sondern die Pflege von sich selbst, der eigenen Seele, des eigenen Geistes, samt Entfaltung. Ich glaube nicht, dass das tägliche Eingeben von Daten in ein Warenwirtschaftssystem dazu gehört. 

 

Begleite mich auf eine spannende Reise in dystopische Welten! 

 

Dabei wird sich auch Deine Perspektive, Deine Sicht der Dinge ändern...ohne irgendwelche Pillen. 

 

Denn jede Wende vollzieht sich infolge eines Perspektivwechsels, eines Paradigmenwechsels, wie Thomas Kuhn in Bezug auf die kopernikanische Revolution zutreffend formulierte.1

 

1 Thomas Kuhn, The Structure of Scientific Revolutions, 1962.

 

D. Bullcutter